Übergewicht - die verdrängte Krankheit ?
Adipositas
Übergewicht und Adipositas sind eines der größten Gesundheitsprobleme der westlichen Industrienationen! Mit zunehmender Häufigkeit und Ausprägung des Übergewichtes nehmen Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Gicht, Beschwerden von Seiten des Bewegungsapparates und andere Erkrankungen dramatisch zu.
Für die Volkswirtschaft bedeutet es eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen, für das betroffene Individuum geht es einher mit einer Abnahme der Lebensqualität aber auch mit einer Abnahme der Lebenserwartung!
Übergewicht ist prinzipiell die Folge einer chronisch gestörten Energiebilanz, innerhalb eines komplexen Systems aus Steuerung des Energieverbrauchs und Appetitregulation. Mit chronischer Störung der Energiebilanz
ist eine gestörte positive Bilanz gemeint. Das heisst, die Energieaufnahme ist langfristig größer als der Energieverbrauch.
Kurzum, eine
"ungünstige" genetische Ausstattung bei gleichzeitig fettansetzenden "westlichen" Lebensgewohnheiten fördert die Ausbildung einer Adipositas deutlich.
Übergewicht und Adipositas führen zu einer Vielzahl von Komplikationen und Begleiterkrankungen. Wenn Sie abnehmen und Ihr neues Gewicht auch langfristig halten möchten, der sollten Sie Ihr Gewichtsproblem erkennen, Ihre Ernährung umstellen und gleichzeitig Ihre körperliche Aktivität erhöhen. Wir helfen Ihnen dabei.
Voraussetzung erfolgreiches Gewichtsmanagement ist neben einer
ausreichenden Motivation, Kooperationsfähigkeit natürlich die umfassende Information des Betroffenen über Ernährung, Stoffwechsel und Adipositas. Diese Informationen, Motivationstraining und weitere Tipps für den Alltag erhalten
Sie in unserem Ernährungskurs, der in unseren Praxisräumen stattfindet. Der Kurs orientiert sich an den Richtlinien der
deutschen Adipositas Gesellschaft
und der deutschen Gesellschaft für Ernährung und wird von einer ausgebildeten
und erfahrenen Ernährungs- und Diabetesberaterin geleitet.
Nur durch reine Ernährung und ohne Bewegungstherapie lässt sich das Übergewichtsproblem nur schwer lösen! Durch vermehrte körperliche Aktivität wird der Energieverbrauch erhöht. Durch die Erhöhung der Muskelmasse wird die Gewichtsstabilisierung erleichtert und unterstützt. Zur Steigerung der körperlichen Aktivität sowie der allgemeinen körperlichen Fitness bieten wir als Ausdauersport einen
Walkingkurs
an. Beim Nordic-Walking werden 90 % ihrer Muskeln - und zwar Bein- Rumpf- und Armmuskulatur - auf eine möglichst gelenkschonende Weise beansprucht. Eine ausgebildete Nordic-Walking-Trainerin leitet sie dabei fachgerecht an. In den
ersten Schnupperstunden können die Stöcke bei uns kostenlos geliehen werden.
Wußten Sie ?
Die drei wichtigsten vermeidbaren Ursachen für Erkrankungen und Todesfälle sind bei uns sind
- Nikotinkonsum
- Adipositas
- Alkoholismus
Body Mass Index - BMI
Der BMI des Erwachsenen wird aus dem Quotienten des Körpergewichtes in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern berechnet (kg/m2).
Hier können Sie Ihren BMI berechnen:
Taille-Hüfte-Quotient (THQ)
Der Taillenumfang wird auf halber Höhe zwischen Rippenbogen und Beckenkamm in leicht ausgeatmetem Zustand gemessen. Der Hüftumfang wird als größtes Maß über dem Gesäß ermittelt.
Hier können Sie Ihren THQ berechnen:

Primäre Adipositas
Ursächlich hierfür sind:
- Genetische Faktoren
- köperliche Inaktivität
- Überernährung
- pyschische Belastungen
(Stress, Frustration)
Sekundäre Adipositas
Andere Erkrankungen, die sekundär zu einer Adiopsitas führen sind:
- Schilddrüsenunterfunktion
- Morbus Cushing mit
Kortisonüberproduktion - Insulinom mit
Insulinüberproduktion - Funktionsstörungen im
Bereich der Hirnanhangdrüse
Basistherapie der Adipositas
Warum gibt so viele Diäten ?
Weil keine wirklich hilft!
Diät alleine reicht eben nicht!
Die Basistherapie der Adipositas besteht aus den folgenden 3 Säulen:
- Ernährungstherapie
- Verhaltenstherapie
- Bewegungstherapie
Sind diese Möglichkeiten ausgeschöpft, so sollten bei sehr schwerer Krankheitsausprägung auch
- medikamentöse Therapie
- chirurgische Therapie
in Betracht gezogen werden.

Noch Fragen ?
Haben Sie interesse an unserem Programm gefunden und benötigen noch weitere Informationen, so rufen Sie uns einfach an oder
weiter Infos
hier
.
Definition
Übergewicht ist definiert als eine über das Normalmaß hinausgehende Ansammlung von Körperfett, welches als hoch verdichteter Speicher von Energie dient. Ab einem BMI von 25 gilt man als übergewichtig, bei einem BMI über 30 spricht man von Adipositas (Fettsucht). Übergewicht ist keine Krankheit an sich, sondern bekommt Krankheitswert durch die mit ihr verbundenen erhöhten Rate an Todesfällen und Begleiterkrankungen.
Messung
Zur Quantifizierung des Übergewichtes verwendet man heute den Body-Mass-Index (BMI). Der BMI ist vom Ursprung her eine Berechnungsformel amerikanischer Lebensversicherungen, um schnell eine Einstufung in normal-, über- oder untergewichtig durchzuführen.
| DEFINITION | BMI | Risiko Begleitkrankung |
|---|---|---|
| Untergewicht | <18,5 | gering / erhöht |
| Normalgewicht | 18,5-24,9 | mittel |
| Übergewicht | 25-29,9 | leicht erhöht |
| Adipositas | >30 | |
| • Grad 1 | 30-34,9 | mittelgradig erhöht |
| • Grad 2 | 35-39,9 | stark erhöht |
| • Grad 3 | >40 | sehr stark erhöht |
Der BMI hat seine Schwächen, da er weder die Muskelmasse, noch die Fettverteilung berücksichtigt. Denn die Art der Fettverteilung hat Einfluß auf das Risiko von Begleiterkrankungen. Bei Fettansammlung im Bauchbereich, wie es meist bei Männern der Fall ist (Apfelform), ist das Risiko für die Entstehung von Stoffwechsel- und Herz- Kreislauf- Erkrankungen deutlich höher als bei einer Fettkonzentration im Hüft- Oberschenkelbereich (Birnenform, überwiegend Frauen). Der BMI gilt daher nur eingeschränkt für sehr muskulöse Personen (Sportler), Schwangere und Kinder im Wachstumsalter. Auch bei sehr kleinen und sehr großen Menschen führt der BMI zu verzerrten Werten. Wegen seiner Ungenauigkeit wird der BMI als Indikator für die Schwere des Gesundheitsrisikos bei Übergewicht zunehmend durch den Taille-Hüfte-Quotienten ergänzt.
| DEFINITION | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| Normalgewicht | <0,8 | <0,9 |
| Übergewicht | 0,8-0,84 | 0,9-0,99 |
| Adipositas | ≥0,85 | ≥1,0 |
Die Ermittlung des Taille-Hüfte-Quotienten (THQ) ist eine einfach anzuwendende Methoden zur Beurteilung des Übergewichtes und der Fettverteilung. Er ist im Vergleich zum BMI eine bessere Vorhersagevariable zur Risikobeurteilung von Folgekrankheiten.
Epidemiologie
Übergewicht und Adipositas sind in Deutschland weit verbreitet und haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. In 2006 waren ca. 36 % der Deutschen übergewichtig und ca. 22 % adipös. Durchschnittlich sind ca. 28 % der Frauen und Männer zu ca. 44 % übergewichtig. Männer sind dabei in allen Altersklassen häufiger adipös als Frauen. Die Häufigkeit von Adipositas nimmt im Alter deutlich zu. Die größte Gewichtszunahme erfolgt zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Die Häufigkeit der Adipositas ist im Nordosten höher als im Südwesten der BRD. Bei der relativen Anzahl der Übergewichtigen und Adipösen steht Deutschland innerhalb der EU auf Platz 1.
Entstehung
Das Körpergewicht unterliegt einem Regelkreis - einer Steuerung.
Diese Steuerung ist genetisch beeinflusst und bei jedem Menschen unterschiedlich. Das Aufrechterhalten oder die Konstanterhaltung der Ernergiespeicher bei änderndem Nahrungsangebot und wechselndem Energieverbrauch ist die Hauptfunktion dieser Steuerung.
Man vermutet, dass bei Übergewichtigen der Sollwert in Richtung Übergewicht verschoben ist. Da Hungersnot die schlimmere und häufigere Bedrohung für das Überleben war, ist es aus entwicklungsgeschichtlicher Sicht auch nicht verwunderlich, das die Steuerung sehr viel robuster zur Sicherung der Energiereserven als auf die Verhinderung der Adipositas ausgerichet ist.
Prinzipiell kommt es nur dann zu einer Adipositas, wenn die Energiezufuhr den Energieverbrauch dauerhaft übersteigt (positive Energiebilanz).
Weiterhin haben Erbfaktoren einen großen Einfluß. Zwillingsstudien haben gezeigt, dass das Körpergewicht zu 60 bis 80 % polygenetisch bestimmt ist. Ebenso ist bekannt, daß ganz bestimmte Gen-Mutationen zu Adipositas führen.
Zusammengefasst sind Übergewicht und Adipositas nicht ausschließlich die Folge einer mangelnden Willensanstrengung, sondern das Resultat aus genetischer Veranlagung (Regelkreis ↔ guter Nahrungsverwerter), gewandelten Lebensbedingungen mit Abnahme der körperlichen Aktivität, Änderungen der Ernährungsgewohnheiten zu hochkalorischer Nahrung und psychischen Faktoren wie Stress oder Frustration. Es ist das Zusammenspiel dieser Faktoren, was letztlich zur Adipositas führt.
Therapie
Liegt eine sekundäre Adipositas vor, so besteht die Therapie in der Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung (z.B. Beseitigung einer Hormonstörung).
In der Regel liegt jedoch die oben beschriebene primäre Form der Adipositas vor. Für die Therapie und den dauerhaften Erfolg ist die alleinige Diät unzureichend. Ein gutes Therapiekonzept besteht immer aus 3 Komponenten:
Einer Ernährungstherapie, Verhaltenstherapie und Bewegungstherapie, die aufeinander abgestimmt die individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände des Betroffenen berücksichtigen.
Eine wichtige Vorraussetzung für den Behandlungserfolg ist jedoch die Eigenmotivation des Betroffenen, die Einsicht in die Notwendigkeit einer Therapie sowie die Fähigkeit die Maßnahmen unter Alltagsbedingungen umzusetzen. Langfristiges Ziel ist die Modifikation des Essverhaltens und des gesamten Lebensstils.
Übergewichtige und adipöse Menschen sollten zunächst einen moderaten Gewichtsverlust von 5% bis 10% anstreben. Denn bereits ein Rückgang von 5% des Ausgangsgewichtes ist mit einer Verbesserung der Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte verbunden.
Ernährungstherapie
Die Kalorienbegrenzung stellt den Eckpfeiler für jede Gewichtsabnahme dar. Liegt die Nahrungsaufnahme unterhalb des Energieverbrauchs, kommt es zum Verbrauch der im Körperfett gespeicherten Kalorien.
Es gibt keine sicheren Hinweise darauf, dass bestimmte Diäten (Eierkur, Ananasdiät, Trennkost, usw.) langfristig zu einem größeren Gewichtsverlust als andere führen. Eine Kalorie bleibt halt eine Kalorie, egal ob sie aus Zuckern, Eiweißen oder Fetten stammt.
Viel wichtiger als die Art der Diät ist der Zuschnitt der Kost auf die individuellen Bedürfnisse und die persönlichen Vorlieben des Betroffenen sowie die Bereitschaft zur Etablierung neuer Essgewohnheiten.
In unserer strukturierten Schulung wird nicht nur das nötige Verständnis für die Zusammenhänge zwischen Lebensstil, Körpergewicht und Ernährung vermittelt, sondern eben auch individuell ernährungsmedizinisch beraten. Die Freude am Essen muss erhalten bleiben. Dies geht nur, wenn die Bedürfnisse des Betroffenen in den Vordergrund gestellt werden und dieser an den Entscheidungsprozessen mit einbezogen wird.
Ziel ist es, Sie in die Lage zu versetzen, die Ernährungsempfehlungen im Alltag auch umzusetzen.
Verhaltenstherapie
Hierbei werden Ihre gegenwärtigen Essgewohnheiten mittels detailliertem Ernährungsprotokoll (Zeit Dauer, Art, Zusammensetzung,...) analysiert, Änderungsvorschläge werden unter Berücksichtigung Ihrer Bedürfnisse und der individuellen Lebenssituation herausgearbeitet und dann konsequent ausprobiert.
Selbstbeobachtung soll Sie darin unterstützen Ihren Willen und Ihre Persönlichkeit zu stärken, um negative Denkmuster und den "inneren Schweinehund" zu überwinden, die Sie sonst zu Abbruch der Therapie verleiten. Wir wollen, das Sie erfolgreich sind.
Bewegungstherapie
Sport ist ein wichtiger Bestandteil zur Gewichtsreduktion. Wichtig ist, dass die sportliche Bewegung regelmäßig durchgeführt wird. So kann z.B. ein Anstieg des täglichen Kalorienverbrauchs um 300 Kcal über eine Dauer von 4 Monaten zu einem Gewichtsverlust von etwa 4,5 Kg führen. Auch hier helfen wir Ihnen, Sport wieder stufenweise in Ihr Leben zu integrieren.